25 Jahre Bunnyhunters: Ein Vierteljahrhundert Aquaball aus Dachau
Zum 25-jährigen Bestehen der Bunnyhunters kamen in Dachau fast ebenso viele aktuelle und ehemalige Mitglieder sowie Wegbegleiter zusammen. Gefeiert wurde dabei nicht nur ein Vereinsjubiläum, sondern auch ein Vierteljahrhundert, in dem die Dachauer die Entwicklung des Aquaballs weit über die eigene Abteilung hinaus mitgeprägt haben.
Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1998 zurück. Damals begann ein kleiner Freundeskreis in Dachau mit einer Sportart, deren Namen kaum jemand kannte und die sich ihre Strukturen erst noch schaffen musste. 2001 entstand daraus offiziell die Aquaball-Abteilung Deutschlands. Aus einer Handvoll Aktiver sind inzwischen 99 Mitglieder geworden.
Der Weg dorthin war alles andere als vorgezeichnet. Es fehlte nicht nur an Trainingszeiten, sondern auch an Trainingskonzepten, Lehrbüchern und vielen der Strukturen, die heute selbstverständlich erscheinen. Vieles mussten die Aquaballer selbst entwickeln. Vielleicht lag gerade darin eine der Stärken dieser Anfangsjahre: Statt zu fragen, ob etwas möglich ist, wurde überlegt, wie man es möglich machen kann.
Dachau spielt Aquaball nicht nur
Die Bunnyhunters beschränkten sich schon früh nicht darauf, Aquaball einfach nur zu spielen. Gemeinsam mit anderen Aktiven beschäftigten sie sich mit Trainingsmethoden, Regeln und der Weiterentwicklung der noch jungen Sportart. So entstanden unter anderem ein Aquaball-Handbuch und das erste Regelwerk. Auch das Schiedsrichterwesen entwickelte sich weiter: Aus den anfänglichen Spielbeobachtern wurden ausgebildete Schiedsrichter.
Bis heute engagieren sich Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre aus Dachau weit über die eigene Abteilung hinaus. Auch in Zeiten, in denen Aquaball auf Verbandsebene einen schweren Stand hatte, wurden weiterhin Turniere organisiert, Mannschaften aufgebaut, Schiedsrichter ausgebildet und neue Ideen entwickelt.
Abteilungsleiter Peter Demmelmayr brachte diesen Anspruch in seiner Jubiläumsrede auf einen einfachen Satz:
„Dachau spielt Aquaball nicht einfach nur. Dachau gestaltet Aquaball."
Ideen brauchen Menschen
Dass hinter dieser Entwicklung vor allem Menschen stehen, zog sich wie ein roter Faden durch das Jubiläum.
Anlass für eine klassische Bilanz hätte es genügend gegeben. Deutsche Meisterschaften, Turniere, Pokale, unzählige Trainingsstunden und viele tausend Kilometer auf deutschen Autobahnen gehören genauso zu den vergangenen 25 Jahren wie ungewöhnliche Aktionen und Projekte. Doch Demmelmayr stellte in seiner Rede bewusst nicht Tabellen und Titel in den Mittelpunkt, sondern Menschen, Freundschaften, Geschichten und Erinnerungen.
Zu den ungewöhnlicheren Ideen gehörten beispielsweise zwei Weltrekordversuche. Zunächst spielten die Bunnyhunters 24 Stunden lang Aquaball, später legten sie mit 26 Stunden noch einmal nach. Einen Teil der Dachauer Mentalität fasste Peter Demmelmayr rückblickend mit den Worten zusammen: „Klingt völlig bescheuert. Aber machen wir."
Doch Ideen allein reichen nicht. Es braucht auch Menschen, die sich darauf einlassen.
Viele, die einst als Spieler zu den Bunnyhunters kamen, engagieren sich heute als Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre oder in der Nachwuchsarbeit. Verantwortung wurde über die Jahre weitergegeben, und ehemalige Nachwuchsaktive kümmern sich heute selbst um Mannschaften und Projekte. Gerade diese Entwicklung gehört für die Dachauer zu den wichtigsten Erfolgen der vergangenen 25 Jahre.
Denn eine funktionierende Abteilung zeigt sich nicht allein an Pokalen und Meisterschaften, sondern auch daran, dass Menschen bleiben, sich entwickeln und irgendwann selbst Verantwortung für ihren Sport übernehmen.
Inklusion wird selbstverständlich
Besonders deutlich zeigt sich dieser Anspruch bei der inklusiven Arbeit der Bunnyhunters.
Der Ausgangspunkt war 2012 eher zufällig. Bei den Special Olympics im Münchner Olympiabad boten die Dachauer Aquaball zunächst lediglich als Rahmenprogramm an. Das Angebot kam so gut an, dass einige Teilnehmer vor lauter Aquaball sogar ihren Start beim eigentlichen Schwimmwettkampf verpassten. Die Rennen konnten nachgeholt werden, für die Bunnyhunters war die Veranstaltung jedoch der Beginn einer Entwicklung, die die Abteilung bis heute prägt.
Inzwischen trainieren und spielen Menschen mit und ohne Einschränkung in Dachau ganz selbstverständlich gemeinsam. Gemeinsames Training, gemeinsame Wettkämpfe, gemeinsame Turnierfahrten und gemeinsame Erlebnisse gehören zum Alltag.
In Zusammenarbeit mit dem Franziskuswerk, dem Deutschen Schwimmverband, dem DOSB und weiteren Unterstützern entwickelte sich daraus etwas, das längst über Dachau hinaus Wirkung zeigt. Inzwischen treten Menschen mit und ohne Einschränkung gemeinsam bei offiziellen Aquaball-Turnieren bis hin zu Deutschen Meisterschaften an.
Für dieses Engagement wurden die Bunnyhunters im Laufe der Jahre mehrfach ausgezeichnet. Doch auch hier liegt der eigentliche Erfolg für die Dachauer nicht in Urkunden oder Preisen, sondern in den Menschen, die dadurch Teil des Sports und der Gemeinschaft geworden sind.
In der Jubiläumsrede brachte Demmelmayr auch diesen Gedanken auf den Punkt:
„Für uns ist das nichts Besonderes mehr. Es ist einfach normal."
Zeit als vielleicht wertvollstes Geschenk
Dass ein Vierteljahrhundert Vereins- und Aufbauarbeit ohne ehrenamtliches Engagement nicht vorstellbar ist, wurde zum Ende der Jubiläumsrede besonders deutlich.
Peter Demmelmayr dankte Trainern, Helfern, Eltern, Schiedsrichtern, Unterstützern und all denjenigen, die über viele Jahre immer wieder ihre Freizeit für Aquaball zur Verfügung gestellt haben. Dabei rückte ein Gedanke in den Mittelpunkt, der sich kaum in Ergebnislisten festhalten lässt:
„Denn Zeit ist wahrscheinlich das Wertvollste, was man verschenken kann."
Als der Abteilungsleiter bei diesem Dank selbst emotional wurde und wenig später seine Rede beendete, erhoben sich die etwa 100 Gäste zu Standing Ovations.
Gerade die Zusammensetzung der Gäste zeigte, was in 25 Jahren entstanden ist. Neben den heutigen Aktiven waren zahlreiche ehemalige Bunnyhunters nach Dachau zurückgekehrt. Manche von ihnen spielen seit vielen Jahren kein Aquaball mehr, andere leben inzwischen weit entfernt. Der Verbindung zu ihrer früheren Abteilung hat das offenbar kaum geschadet.
Was nach 25 Jahren bleibt
Eine Bilderschau mit Höhepunkten, Turnieren, Aktionen und persönlichen Erinnerungen führte beim Jubiläum noch einmal durch ein Vierteljahrhundert Bunnyhunters.
Dabei entstand fast nebenbei ein passendes Schlussbild für diese 25 Jahre: Draußen herrschte traumhaftes Wetter. Im Festsaal liefen auf der Leinwand die Bilder aus einem Vierteljahrhundert Aquaball. Doch statt nach draußen zu gehen, blieben die Gäste sitzen, entdeckten alte Weggefährten auf den Bildern, erinnerten sich und erzählten miteinander weiter.
Vielleicht ist genau das die schönste Bilanz nach 25 Jahren Bunnyhunters: Aus ein paar Freunden und einer damals weitgehend unbekannten Sportart ist nicht nur eine Aquaball-Abteilung mit knapp 100 Mitgliedern entstanden. Es ist eine Gemeinschaft gewachsen, die Aquaball über viele Jahre mitgestaltet hat und der viele Menschen bis heute verbunden geblieben sind.